Freiwilligenarbeit als Urlaubspackage

Giraffe Krueger Nationalpark

Immer öfter fällt mir die „Freiwilligenarbeit“ auf, die von Agenturen oder traditionellen Reisebüros angeboten wird. Als „Volontär“ kann man in verschiedensten Ländern der Welt tätig werden und Umwelt- bzw. Sozialprojekte unterstützen.

Lokale und regionale Freiwilligenarbeit ist ein immens wichtiger Beitrag für die Gesellschaft. Die Arbeit der Volontäre bei der Feuerwehr, dem Roten Kreuz, diversen Vereinen, etc. kann nicht hoch genug geschätzt werden. Für ihre Tätigkeit bekommen die Freiwilligen entweder gar keine Vergütung oder in manchen Fällen bloß eine symbolische. Als Anerkennung für die Arbeit, die von Tausenden jedes Jahr geleistet wird, wurde das Jahr 2011 von der EU zum Europäischen Jahr der Freiwilligentätigkeit erklärt.

Die von den Agenturen angebotenen Freiwilligentätigkeiten klingen zunächst sehr interessant: andere Kulturen, auf Reisen Sinnvolles tun und die lokale Kultur besser kennenlernen. Jedoch fällt der zweite Blick sogleich auf die Preisliste (Woher die Preisliste, wenn man schon seine Zeit hergibt, um etwas Nützliches zu tun?!): Unterrichten an einer Schule in Togo beispielsweise kostet bei einem Anbieter für einen Monat 1900 Euro. Ohne Flug und Reiseversicherung versteht sich. Eine stolze Summe. Mal kurz überlegt: So hoch können die Lebenserhaltungskosten in Togo nicht sein und man ist bei einer Gastfamilie untergebracht. Das kann nur bedeuten, dass sich die Vermittlungsagentur eine goldene Nase verdient und quasi selbst von der freiwillig geleisteten Arbeit profitiert.

Bei vielen Angeboten handelt es sich ganz klar um ein touristisches Package, das als Freiwilligenarbeit verpackt wird. Es ist nämlich keine wirkliche Volontärsarbeit, die der lokalen Bevölkerung einen direkten Mehrwert bringt, sondern viele Aktivitäten vor Ort werden speziell für den Gast organisiert. Diese Form des Reisens ist zweifellos sehr interessant, aber dann sollten diese Angebote auch „nachhaltiger Abenteuerurlaub“ und nicht Freiwilligenarbeit heißen.

Problematisch wird es, wenn man selbst für einige Monate im Ausland unentgeltlich in einem sinnvollen Sozial- oder Umweltprojekt arbeiten möchte, ohne Vermittlungskosten einer Agentur bezahlen zu müssen. Die auffindbaren Information im Internet dazu sind leider spärlich. Oder hab ich bloß noch nicht richtig gesucht?

Wer hat Tipps?

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Eine Antwort zu Freiwilligenarbeit als Urlaubspackage

  1. Pingback: Die Zukunft des Tourismus | corneliabrunner

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