Social Media in Reisebüros – eine Analyse von TUI Austria

Social Media

Wie Österreichs Marken in den Social Media Kanälen abschneiden, errechnet die Seite socialmediaranking.at. Der Score ergibt sich aus der Popularität der Marke, der eigenen Aktivität in sozialen Medien und der Interaktion zwischen Unternehmen und Fans. Die Aktivität der Fans wird dabei jedoch höher gewichtet als die eigene. Die Basis für alle Berechnungen bilden Twitter und Facebook.

Österreichische Tourismusunternehmen auf socialmediaranking.at
Holger Sicking analysierte im Blog der Österreich Werbung die Position von 500 relevanten touristischen Unternehmen. Dabei fällt auf, dass in den Rankings die Reisebüros, die mich für meine Projektarbeit interessieren, nur sehr bescheiden vertreten sind. Tourismusorganisationen und Hotels dominieren die Wertung.

TUI sehr aktiv in sozialen Medien
Bei TUI Austria bemerkte ich vor einiger Zeit, dass das Unternehmen auf vielen verschiedenen Social Media Kanälen vertreten ist und somit geradezu eine Vorreiterrolle einnimmt: Es gibt eine Facebook-Seite, einen YouTube Kanal (seit Ende 2008), zwei Blogs und seit Juni 2009 wird getwittert. TUI Austria liegt im socialmediaranking.at-Gesamtranking von heute auf Platz 258. Ich habe TUI Austria kontaktiert und der Verantwortlichen Anja Fritsch einige Fragen zu Social Media gestellt. Herzlichen Dank an dieser Stelle für die Informationen und die unkomplizierte Beantwortung meiner Fragen.

Facebook wichtigster Kanal für TUI Austria
Für TUI sind soziale Medien eindeutig positiv behaftet. Sie fördern Kundennähe und Kundenbindung, da im Gegensatz zu offline Marketing die Reaktion auf einzelne Maßnahmen sofort sichtbar wird und somit der Erfolg von Kampagnen ad-hoc gemessen werden kann. Der Verkauf über diese Kanäle steht, wie in den meisten anderen Unternehmen, die in sozialen Medien vertreten sind, zurzeit nicht im Vordergrund.
Bei der Frage nach dem wichtigsten Kanal war die Antwort wenig überraschend: „Facebook“. Ziel dieses Mediums ist die Interaktion mit den Fans. Der Fokus auf diesen Kanal ist leicht nachvollziehbar, sind doch laut Baker rund 2,5 Mio. User in Österreich auf Facebook aktiv (das gibt im Vergleich zum letzten Halbjahr eine Steigerung um 14% bzw. rund 300.000 Mitglieder). Die Suche nach der betreffenden TUI Fanseite direkt auf Facebook gestaltet sich jedoch zunächst nicht ganz einfach, da zahlreiche Fanseiten von Tochterfirmen in ganz Österreich eingerichtet wurden. Über die Webseite tui.at gelangt man schließlich zur Seite ‚TUI Österreich‘ mit ca. 5000 Fans. Es gibt regelmäßige, relevante Postings, Gewinnspiele und rege Interaktion mit dem Fanpool.

Sorgfältige Ressourcenplanung erforderlich
Dass Social Media Marketing einen nicht unbeträchtlichen Personaleinsatz erfordert, mag vielen Unternehmen bei ihrem ersten Sprung in Facebook & Co. nicht ganz bewusst sein. Natürlich sind diese Medien grundsätzlich kostenfrei. Der aktive Einsatz als Marketingmittel erfordert jedoch Zeit und Personal, sonst wird aus kostenlos gleich ’sinnlos‘. Bei TUI beschäftigt sich eine Mitarbeiterin knapp die Hälfte ihrer Arbeitszeit mit der Pflege der Social Media Kanäle (Updates, Dialoge, Gewinnspiele, Twitter etc.).

Hoher Stellenwert von Social Media auch in Zukunft
Laut Anja Fritsch werden soziale Kanäle auch in Zukunft einen großen Stellenwert in der gesamten Online Marketingstrategie bekommen. Die Fragen, die TUI dabei hinkünftig begleiten werden sind denen, die wir bereits aus dem 2011 Social Media Marketing Industry Report kennen, sehr ähnlich. Im Vordergrund steht hier vor allem die Frage der Messbarkeit. Wie kann Erfolg gemessen werden und wie können die Auswirkungen von Social Media Aktivitäten auf das Online Buchungsverhalten bestimmt werden? Bei der Beantwortung dieser Punkte soll in Zukunft eventuell auch ein eigenes Tool unterstützend eingesetzt werden. Auch wird über eine Einbindung weiterer Mitarbeiter auf den Social Media Kanälen nachgedacht.

Weitere Blogeinträge zu sozialen Medien im Tourismus wird es in Kürze hier geben.

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Eine Antwort zu Social Media in Reisebüros – eine Analyse von TUI Austria

  1. Georg Karp schreibt:

    Die geringe Bereitschaft der Reisebüros das Internet und die Socail Media zu nützen basiert auf einer Art Existenzangst. Verständlich, weil heute viele Dienstleistungen des Reisebüros das Internet substituiert hat. Dass das Internet und damit auch die Social Media ein höchst effizientes Marketinginstrument für die Ansprache verschiedenster Zielgruppen ist, das will in die Köpfe so mancher Reisebürobesitzer nicht Eingang finden. Dazu kommt, dass sie sich vor zusätzliche Investitionen fürchten. Und immer mehr Reiseveranstalter und touristische Dienstleister erweitern ihre Vertriebswege durch das Internet, senken die Provisionen und gehen im Vertrieb eigene Wege – mit eigenen Reisebüroketten.

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