Social Media bei der Österreich Werbung – ein Interview

Österreich Werbung

Für meine Projektarbeit mit dem Arbeitstitel „Der Einsatz von Social Media als neue Chance für Reisebüros/Reiseveranstalter in Österreich?“ wollte ich auch die Österreich Werbung befragen, die auf dem Gebiet der sozialen Medien sehr gut aufgestellt ist. Seit 2005 gibt es bei der Österreich Werbung einen Youtube-Kanal, den Kulinarisch Reisen-Blog (den man leider erst nach einigem Suchen findet), eine Facebook Fanseite mit fast 30.000 Fans und es wird von mehreren Mitarbeitern getwittert.
Ich kontaktierte die Österreich Werbung über Twitter und Christian Lendl, zuständig für Brand Management und Strategie Digitale Medien, erklärte sich sofort bereit, mich bei meiner Projektarbeit zu unterstützen. Im Folgenden könnt ihr erfahren, welche Strategien und Überlegungen die nationale Tourismusorganisation Österreichs bei sozialen Medien verfolgt.

Welcher Kanal ist für die Österreich Werbung am wichtigsten und warum?
Derzeit ist Facebook der wichtigste Kanal, da hier die meisten Nutzer zu finden sind. In einzelnen unserer Märkte weltweit können auch andere Netzwerke wichtiger sein, beispielweise Japan oder Russland. Generell liegt der Fokus jedoch auf Facebook. Twitter wird derzeit nur für die B2B-Kommunikation verwendet, da im B2C-Bereich unserer Meinung nach noch keine interessante Masse vorhanden ist.

Welchen Stellenwert hat Social Media in der gesamten Online-Strategie?
Social Media hat bereits einen recht hohen Stellenwert. Vor allem im Bezug auf die Arbeitskraft, die wir investieren – weniger mit finanziellen Mitteln. Was die Kontakte angeht, sehen wir Social Media neben unserer Website als einen der wichtigsten Kanäle.

Was bringt Social Media aus Sicht der Österreich Werbung? Welche Ziele werden verfolgt?
Einerseits soll auf allen Kanälen auf die Marke „Urlaub in Österreich“ aufmerksam gemacht werden. Wenn sich ein potentieller Urlauber auf Facebook für Österreich interessiert, soll er es auch dort auffinden. Weiters dienen beispielsweise die Facebook-Fanpages der Kundenbindung. Österreich-Interessierte, die eine unserer Fanpages „geliked“ haben, werden immer wieder mit interessanten Informationen zum Thema „Urlaub in Österreich“ versorgt. Somit bleibt Österreich immer im Hinterkopf und die Chance, dass es auch bei der nächsten Urlaubsplanung in Betracht gezogen wird, steigt. Im B2B-Bereich dienen die verschiedenen Kanäle wie facebook.com/oesterreichwerbung oder twitter.com/austriatourism einerseits als weiterer Kommunikationskanal zur Branche, andererseits auch als Feedback-Kanal.

Kann man mit sozialen Medien die Bekanntheit der Marke „Urlaub in Österreich“ steigern?
Ja. Die Nutzer verbringen mehr und mehr Zeit online, daher ist es auch von Bedeutung, hier präsent zu sein und die Marke darzustellen.

Welche Trends zeichnen sich aus Eurer Sicht bei sozialen Medien für die nächsten Jahre ab?
In den nächsten Jahren werden wir die Verknüpfung von Social Media und Mobile sehr stark sehen. Hierbei werden vor allem Location Aware Services eine Rolle spielen, die dem Gast abhängig von seinem Aufenthaltsort jeweils die relevantesten Informationen zu Verfügung stellen.

Wieviele MarketingmitarbeiterInnen sind an den Social Media Updates beteiligt und wie viele Stunden pro Woche werden in diese Maßnahmen investiert?
Das Team „Strategie Digitale Medien“ arbeitet an neuen Technologien und gibt auch die Strategie für Social Media vor. Die einzelnen Updates auf den Pinnwänden unserer Walls kommen jedoch von den eMarketing-MitarbeiterInnen (weltweit etwa 20) in Zusammenarbeit mit unserem Urlaubsservice. Die Kolleginnen und Kollegen im Call Center monitoren neben den Facebook Fanpages auch Urlaubsforen und beantworten dort Fragen zu „Urlaub in Österreich“.

Existiert im Unternehmen eine Social Media Policy?
Ja.

Das Management will bei Social Media Marketing auch meist handfeste Zahlen sehen. Gibt es ein Messwerkzeug für SM Kampagnen?
Für die Messung von Social Media Aktivitäten können verschiedenste Parameter zugrunde gelegt werden. Aktuell messen wir jedoch nur die Kontakte bzw. Impressionen. Dies hilft uns vor allem einen Vergleich mit anderen Aktivitäten herstellen zu können. Wie viel mehr ein Fan auf Facebook, der ein Posting gesehen und vielleicht sogar geliked hat, wert ist, als jemand, der in der U-Bahn ein Plakat von uns sieht, ist Gegenstand künftiger Erörterungen.

Ein großes Dankeschön an dieser Stelle an Christian Lendl, der meine Fragen so ausführlich beantwortet hat. Ich werde Social Media Trends bei der Österreich Werbung weiter verfolgen und interessante Neuigkeiten hier veröffentlichen.

Advertisements
Dieser Beitrag wurde unter Marketing, Social Media, Tourismus abgelegt und mit , , , verschlagwortet. Setze ein Lesezeichen auf den Permalink.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s