Die Zukunft des Tourismus

Zukunft des Tourismus

Laut UNWTO, der Welttourismusorganisation, soll die Zahl der internationalen Ankünfte bis zum Jahr 2020 weltweit auf 1,6 Mrd. steigen. Zum Vergleich: 1950 waren es 25 Mio. Seit 1960 ist der internationale Tourismus im Schnitt um 5,5 % gewachsen. Täglich werden derzeit mehr als 2 Mrd. Euro durch den Tourismus erwirtschaftet, seit 1980 expandieren die Reiseausgaben real um 4 %. Die Reiseströme werden sich in Zukunft jedoch verlagern. Das größte Wachstum sehen Experten in den BRIC-Staaten Brasilien, Indien und China. Der Wien Tourismus vermeldet für die Märkte Brasilien und Türkei einen Zuwachs von 90 % in diesem Jahr melden. In den BRIC Staaten wie auch im Mittleren und Nahen Osten wird die Mittelschicht breiter und diese setzt ihr steigendes Vermögen für Reisen ein. Daher sollen in diesen Märkten größere Passagiermaschinen eingesetzt werden und der Hub Dubai ausgebaut werden.

Die Suche nach dem Sinn
Während die Bevölkerung weltweit wächst, sinkt sie in Europa und auch in Österreich. Senioren um die 65 werden als Klientel im Tourismus immer interessanter. Gleichzeitig verreisen die ÖsterreicherInnen öfter, aber dafür kürzer. Auch der Zweck des Reisens hat sich gewandelt: während in den 50er und 60er Jahren die Erholung im Vordergrund stand, geht es jetzt um den Sinn. Sinnvolles und verantwortungsbewußtes Reisen, das auch Selbstverwirklichung mit einschließt, steht im Vordergrund (siehe auch mein Artikel Freiwilligenarbeit als Urlaubspackage). Für Reiseanbieter bedeutet das, dass diese neuen Ansprüche in die Produktgestaltung mit einfließen müssen. Für Petra Stolba von der Österreich Werbung geht der Trend in Richtung Authentizität, Einbindung des Gastes und statt Quantität gilt Qualität.

Individuelle Urlaubsangebote und Luxus
Experten sind sich einig, dass sich Reisen in den letzten Jahren vom Luxus- zum Grundbedürfnis gewandelt hat. Auf Urlaub wird auch in schlechten Zeiten kaum verzichtet. Eingespart wird höchstens bei der Aufenthaltsdauer und den Ausgaben. Individuelle Reiseprodukte mit Reisebausteinen liegen im Trend. Kunden möchten sich aussuchen, welche Leistungen sie konsumieren wollen. Interessant ist auch, dass Reisen im Mittelpreissegment zurückgehen, während es im Luxussegment Wachstumsraten von 30 bis 50 % erzielt werden.

Geschäftsreisende aus China auf dem Vormarsch
Bei den Geschäftsreisen ist noch immer das Krisenjahr 2009 spürbar. Frühestens 2012 soll wieder das Niveau von 2008 erreicht werden. Auch bei der Entwicklung der Geschäftsreisen gibt es geografische Unterschiede. Während Geschäftsreisen in den USA und Westeuropa jährlich um 3 bis 4 % wachsen, liegen die Wachstumsraten in den BRIC-Staaten und Osteuropa im zweistelligen Bereich. 2015 wird China voraussichtlich das Geschäftsreisevolumen der USA erreicht haben.

Social Media unverzichtbar
Auch im Tourismus wird an Social Media kein Weg vorbeiführen, sind sich die Experten einig. Dies gilt für Airlines gleichermaßen, wie für Veranstalter und Reisebüros. Facebook, YouTube (und vielleicht auch Zukunft Google+) eignen sich sehr gut für die Kundenansprache (einen guten Überblick über die Wahrnehmung von sozialen Medien durch Reisebüros gibt einer meiner letzten Blogartikel). Von sozialen Medien kann kein direkter Verkauf und somit keine Buchungen erwartet werden. Es geht um die Kontaktaufnahme mit den Kunden. Die Unternehmen müssen dort präsent sein, wo ihre Kunden sind. Dort können sie Kunden einen Mehrwert bieten. Als Beratungsinstrument sind soziale Medien hervorragend geeignet. Durch das Internet kann Lust auf Reisen vermittelt werden.

Direkte Ansprache der Zielgruppe
Bei der Vermarktung von Reiseprodukten müssen Zielgruppen gezielt angesprochen werden. Petra Stolba von der Österreich Werbung sieht die Segmentierung nach Werten und nicht soziodemographischen Aspekten (mehr zum Thema Zielgruppen in meinem Artikel über Nanos, Lohas & Co.). Für sie ist die wichtigste Zielgruppe für Reisende nach Österreich die Gruppe der „established Post-Materialists“, die reiseerfahren und ausgabefreudig sind. Mehr Bedeutung in der Motivation für eine Urlaubsreise gewinnen laut Stolba auch Themen und Motive. Genau dort müsse man im Direktvertrieb ansetzen.

Quelle: Printausgabe 43/11 von tip – travel industry professional

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